9/2014

Inge Isterheld

Inge Isterheld

Liebe Leserinnen und Leser!

Für eine Kantorin ist es wohl die wichtigste Aufgabe, in den Gottesdiensten für einen fröhlichen Gemeindegesang zu sorgen. Natürlich sollten auch die Orgeln, die zum Glück in unseren Kirchen gut zu spielen sind, erklingen (nur in Sohland gibt es gerade einen Piano-Ersatz für die ausgebaute Orgel).

Aber warum eigentlich Gesang und Musik in der Kirche? Ist es denn nicht eher so, dass das Singen und Musizieren zum Lobe Gottes einen eher nebensächlichen Platz eingenommen hat. Im Alltag singt man vielleicht noch an geselligen Abenden oder bei Dorfesten zu den Weisen der Blaskapelle. Sie stimmen in bekannte Volkslieder ein, wo meist nur noch die ersten beiden Strophen auswendig gesungen werden können. Sicher werden in den Familien Lieder mit den Kindern gesungen oder doch wenigstens ein Gute-Nacht-Lied vor dem Einschlafen.

Dabei ist das Singen eine ganz gute und einfache Art, mit Gott ins Gespräch zu kommen. Das Gesangbuch gibt uns eine große Zahl an alten und neuen Liedern, in denen die Verfasser ihre Erfahrungen und Wegweisungen mit Gott niedergeschrieben haben. Diese brauchen wir einfach nur auszuwählen und können sie singen. Und dies geht meist einfacher als ein Gebet zu formulieren.

Die Gemeinde, in der ich zu Hause bin, hat sich eine gute alte Tradition bewahrt: die Singstunde am Samstagabend. Für eine halbe Stunde trifft sich die Gemeinde im Herrnhuter Kirchensaal zu einem Liedgottesdienst. Keine gesprochene Predigt, keine Liturgie, nur eine Abfolge ausgewählter Liedstrophen werden nacheinander gesungen. Ein Gebet beschließt diesen kleinen musikalischen Wochenschluss. So wird aus dem Singen ein Gespräch mit Gott.

In der Gemeinde Schönau-Dittersbach leite ich die Kirchenchöre. Sie verschönern die Gottesdienste und unterstützen den Gemeindegesang. Wer Freude am Singen hat und bisher keine gute Gelegenheit gefunden hat, in Gemeinschaft zu singen, darf gerne zu unseren Proben an den Montagabenden kommen. Singen Sie doch einfach mal mit, schnuppern Sie in unsere Proben hinein. Da muss nicht gleich „vom Blatt“ gesungen werden. Auch ein Vorsingen findet nicht statt. Unsere Chöre und natürlich auch ich würden uns darüber sehr freuen.

Mit einem schwedischen Liedvers nach Tore Littmarck wünsche ich Ihnen einen schönen ausklingenden Sommer und einen guten (sangesfreudigen!) Start, Ihre Inge Isterheld

Über Berg und Tal wie ein Festchoral, der Sommer zieht übers Land…

Leb Gottes Zeit, denn er macht bereit, dein Ohr für Unendlichkeit.

Hörst du Vogelsang einen Abend lang, klingt’s wie himmlische Herrlichkeit.