3/2014

Pfarrerin Dorothee Markert

Pfarrerin Dorothee Markert

Liebe Leserinnen und Leser!
Neulich fragte ich im Konfi-Unterricht: „Wer von euch betet denn vor dem Essen?“ Zwei Hände wurden gehoben, ansonsten fragende Gesichter: „Beten?“
Nun die Frage an Sie: „Beten Sie? – Vor dem Essen, früh im Bett oder am Ende eines Tages?“
Ich fände es schade, wenn wir das Beten vergessen würden, wenn es sich aus unserem Alltag schleicht, fremd wird… Beten ist Gespräch, ein Gespräch mit Gott. Ich finde es wichtig, weil dadurch eine Verbindung gesucht wird zu dem, dem wir Christen alles verdanken. Gebet ist eine Vertrauenssache. Gott kann ich vertrauen – und alles anvertrauen.
Am ersten Freitag im März feiern wir den Weltgebetstag. In diesem Jahr beten wir für Ägypten, also für ein ganzes Land. Sie können jetzt einwenden: „Was geht mich Ägypten an? Ich habe mit mir genug zu tun!“ Sicher. Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass mich der Weltgebetstag früher nicht angehoben hat. Seit zehn Jahren bin ich nun mehr dabei und finde ihn von Jahr zu Jahr spannender und auch intensiver. Das Gebet an diesem Abend lenkt meinen Blick von meinen Problemen mal weg und ich nehme die Sorgen anderer Menschen wahr. Ihre Situation, ihr Ringen um Frieden (im Kleinen wie im Großen), ihre Nöte bringe ich an diesem Abend im März gemeinsam mit vielen anderen (und weltweit) vor Gott. Dadurch werden mir die Ägypterinnen und Ägypter zu Schwestern und Brüdern, zu Menschen, die mir im Gebet näher kommen.
Was ich mir davon erwarte?
Ich will im Gespräch mit Gott bleiben und IHM danken und meine Bitten vor IHN bringen. Aus dieser Verbindung erhoffe ich mir wachsende Nähe, was meinen Glauben stärkt.
Aber es muss nicht nur um mich und meine Belange gehen, ich möchte mich von Gott lenken lassen zu den Menschen, die meine Hilfe, meine Fürbitte, meine Aufmerksamkeit brauchen. Ich möchte sie – um Gottes willen – nicht im Stich lassen. Und ich vertraue darauf, dass sich in Ägypten etwas zum Guten wandelt. Deshalb gehe ich auch dieses Jahr zum Weltgebetstag – am ersten Freitag im März. Und das besonders Schöne daran ist: ich weiß alle Betenden unserer Gemeinden eingebunden in die weltweite Gemeinde Gottes. Es gibt viele, die beten! Das Gebet ist nicht in Vergessenheit geraten – Gott sei Dank! – Beten Sie mit?!
Im Namen aller Mitarbeitenden grüßt Sie herzlich Ihre Dorothee Markert.