10/2015

Pfarrerin Dorothee Markert

Pfarrerin Dorothee Markert

Liebe Leserinnen und Leser!

In unserem Gemeinderaum liegt die Zeitschrift „Open Doors“ aus. „Offene Türen“ also. Es ist die Zeitschrift der gleichnamigen Organisation, die ihren Blick besonders auf die Situation der verfolgten Christen richtet. Ein Artikel daraus hat mich sehr angerührt, und zwar deshalb, weil das tiefste christliche Geschehen, die Vergebung, darin so sehr zum Tragen kommt. Ich weiß nicht, ob ich dazu fähig wäre, dabei bin ich doch auch Christin. Es zeigt mir, dass ich auf meinem Weg des Glaubens (=Gottvertrauens) noch viel lernen kann und sollte. Hier der Artikel:

Pastor Michael aus Ost-Java (Indonesien) wuchs als Animist auf. Im Jugendalter hört er zum ersten Mal von Jesus. Sein Entschluss Christ zu werden, führte zu dem tiefen Wunsch, auch den Muslimen in seinem Land das Evangelium zu bringen. ER wusste, dass das sehr gefährlich werden konnte, doch seine Liebe zu ihnen war stärker. Eines Tages wurde er tatsächlich in seinem Haus überfallen und von mehreren Männern mit Messern und Macheten so stark verletzt, dass sie ihn für tot hielten. Der Grund? Er hatte mit zu vielen Muslimen über Jesus gesprochen. Wie durch ein Wunder überlebt Michael die Attacke. Und er erstattet keine Anzeige bei der Polizei. „Als diese Leute zu mir kamen, sprach ich ihnen Vergebung aus. Sie wussten ja nicht, was sie in ihrer Mordabsicht taten, sie kennen die Wahrheit nicht“, erklärt er sein Verhalten. Die Angreifer waren tief beeindruckt.

„Ich habe mittlerweile guten Kontakt zu einigen von ihnen. Weil ich nicht auf Rache aus war, sind sie zu Nachfolgern Jesu geworden.“ Michael ist überzeugt, dass die Mauern von Hass und Gewalt nur durch Liebe zum Einsturz kommen. „Ich liebe die Menschen und weine um sie; ich wünsche mir so sehr, dass sie zum Glauben an Jesus kommen.“

„Open Doors“ – „Offene Türen“ – möchte ich auch anbieten. Für die Menschen auf der Suche nach Heimat, besonders auch Heimat im Glauben an Jesus Christus. Zum einen denke ich, dass viele unter uns keine Heimat im eigenen Glauben haben, zum anderen hoffe ich, dass andere Heimat im christlichen Glauben finden können. Es ist ein Suchen und Finden, das nur mit offenen Türen geht. Kommen Sie, Sie sind eingeladen, durch offene Türen zu gehen!

Ihnen allen ein gutes und liebevollen Nachdenken und ein behütetes Unterwegssein im Gottvertrauen.

Im Namen aller Mitarbeitender und der Kirchenvorstände grüßt Sie Ihre Dorothee Markert, Pfarrerin.