6/2015

Elke Schmorrde

Elke Schmorrde

Liebe Leserinnen und Leser!

Haben Sie für diesen Sommer schon eine Reise geplant oder gebucht? Vielleicht eine Reise in den Süden an das schöne Mittelmeer mit den herrlichen Stränden, dem kristallklaren Wasser, einzigartigen Buchten zum Schnorcheln und Tauchen. Genau dieses Bild erschien bisher in meinem Kopf, wenn ich das Wort Mittelmeer hörte und es vermengte sich mit der stillen Sehnsucht, dorthin zu reisen.
Doch seit einigen Monaten schiebt sich unweigerlich ein anderes Bild vor mein inneres Auge.
Da sind Menschen, die gedrängt in kleinen Booten sitzen, junge Mütter mit kleinen Kindern und Säuglingen im Arm, Frauen und Männer deren Augen erschöpft schauen und auf eine neue Zukunft hoffen.
Diese Nachrichten erreichen uns alle fast täglich und sie sind für manche vielleicht schon alltäglich und zur Gewohnheit geworden. Doch mich berühren sie immer wieder neu und manchmal fällt es mir schwer, dieses endlose Leid in den Medien zu hören, zu lesen und zu sehen. Es macht mich betroffen und ich fühle mich jedes Mal hilflos, weil ich mit meiner kleinen Kraft diesem Elend so wenig entgegensetzen kann.
Beeindruckt lese ich dann in der Zeitung von Menschen, die ein Boot kaufen, umbauen und mit diesem im Mittelmeer zwischen der Küste Libyens und Malta kreuzen, um Bootsflüchtlinge zu retten. Für mich ist dies ein beeindruckendes Beispiel, welches mich immer wieder aufrüttelt und mir zeigt, dass die Kraft eines Einzelnen doch nicht so klein ist, wie ich immer dachte bzw. denke. Dieses aufgeführte Beispiel und viele andere bringen mich zum Nachdenken, sie ermuntern mein Interesse am Schicksal der Flüchtlinge und sie werfen Fragen auf, wie zum Beispiel: Welches große Leid mussten diese Menschen ertragen, um nun ihre Heimat zu verlassen? Was passiert in diesen Ländern, wo tausende Menschen auf der Flucht sind? Wer sind die Verfolger und die Verfolgten?
Ich bin froh, dass sich Menschen in unserer Gesellschaft vom Schicksal der Flüchtlinge anrühren lassen und sich für sie einsetzen.
Auch ich möchte mein Herz für die Flüchtlinge, die in unser Land kommen, öffnen und nicht wegschauen, wo über sie berichtet wird, sondern  hinschauen, zuhören, versuchen sie zu verstehen, um mich in Diskussionen für diese Menschen einzusetzen. Ich möchte ein Stück von mir und meinem Reichtum abgeben, damit die Not ein bisschen kleiner wird. Ich möchte mich dafür einsetzen, dass sich viele vom Schicksal der Flüchtlinge anrühren lassen.
Auch Sie sind herzlich dazu eingeladen, denn Jesus Christus spricht: „Meine Kraft ist in dem Schwachen mächtig.“
Eine gesegnete Sommerzeit wünscht Ihnen Gemeindepädagogin Elke Schmorrde.