7/2015

Pfarrerin Dorothee Markert

Pfarrerin Dorothee Markert

Liebe Leserinnen und Leser!

„—- … ..???… — . – – …“, so ist das immer, wenn ich mich entscheiden soll. Viele Gedanken schießen mir durch den Kopf für die Andacht…. Wie wäre…? Nein, zu oll, oder —- ? Aber vielleicht…? Ja. Nein. Lieber nicht…. Ich raffe mich auf: Jetzt ist die Andacht dran, die einladen soll, diese Zeilen und das Folgende lesen (und dann auch zu kommenJ).

Es liegt so eine schöne Zeit vor uns. Die Sommerzeit. Wir wollen genießen, etwas erleben, die Zeit glücklich füllen, mal nicht an Arbeit denken, nicht gestresst werden, zu uns kommen und…und…und…

Und bei allem müssen wir uns entscheiden. Viele Entscheidungen treffen wir ohne groß nachzudenken. Andere Entscheidungen fallen uns schwer. Wenn es schlimm kommt, dann zanken wir in Partnerschaft und Familie. Da ist dann dieses „–…?? !…oder—.-vielleicht…–.“ Nicht leicht – das Entscheiden. Aber es hilft nichts, wir kommen nicht drum herum. Also: „Entscheide dich!“

Jesus wusste es schon zu seiner Zeit: „Euer Ja sei ein Ja, euer Nein ein Nein; alles andere stammt vom Bösen.“ Ja – Nein. Klare Entscheidung! Für – gegen. Entweder – oder…. Klare Sache! Das will Jesus: Mach eine klare Ansage! Und: Stehe dazu! Sei selbst deinem Wort treu! Du machst damit dein Leben und das anderer leichter. — Sie meinen, das ist doch selbstverständlich? Keineswegs! Ich höre vielmehr (und sage es auch selbst): „Das eine tun – und das andere nicht lassen!“ Oder: „Können wir nicht beides schaffen? Wir gehen erst zur Abschlussfeier und anschließend zur Geburtstagsparty. Ach, und der Film… Gibt es nicht doch eine Spätvorstellung im Kino?“… Ich erlebe uns als Menschen, die möglichst viel erleben wollen. Alles! Nichts verpassen! Es ist ja auch alles verführerisch, spannend, schön… Doch das Nicht-Entscheiden hat seinen Preis: unausgeruht bzw. unausgeschlafen sind wir schnell gereizt, genervt, schlapp, ärgerlich. Wir spüren: Wir wollten alles und haben nichts wirklich richtig erlebt. Eine Entscheidung wäre besser gewesen. Eine Zusage (Ja) beim Geburtstag, hätte dann zwar eine Absage (Nein) bei der Grillparty mit sich gebracht, aber wir wären RICHTIG auf dem Geburtstag und mit den Freunden dort zusammen gewesen. Das wäre besser, wirklich gut gewesen!

Dass das Nicht-Entscheiden vom Bösen stammt – darüber will ich nicht diskutieren; doch ich merke zunehmend, dass es mir und uns nicht gut tut, „auf allen Hochzeiten tanzen zu wollen“. Es überfordert uns. Klare Entscheidung treffen – das ist’s!

„Ja“, sagten viele zur Taufe ihrer Kinder – wir feiern das mit der Tauferinnerung am 5. Juli in nahezu allen unseren Gemeinden! Stehen Sie / stehst du jetzt noch dazu?

Mit einem „Ja“ entschieden sich viele Frauen vor ca. 500 Jahren für die neuen Gedanken der Reformation – und wir fahren uns die Frauen am 14. Juli mal angucken im Schloss Berthelsdorf. Kommen Sie mit?

„Ja“, hat EINER zu uns gesagt – als wir geboren wurden. Es war Seine klare Entscheidung. Ich bin dankbar dafür, dass es Sie und euch und mich gibt! Ja!

Eine segensreiche und entscheidungsfreudige Sommerzeit wünscht Ihnen im Namen aller Mitarbeitenden und unserer Kirchenvorstände Ihre Pfarrerin Dorothee Markert.