11/2016

Pfarrer Jonathan HahnNovember- der schrecklichste aller Monate!?

Da ist er nun wieder – der vielleicht am meisten gehasste Monat des Jahres. November! November heißt: kahle Bäume, die abgestorben wirken und so ein bisschen wie kaputte Denkmale des Sommers in der Landschaft herumstehen. Nieselregen, der einem den Gang nach draußen vermiest. November heißt: Dunkle Tage, Lichtmangel, frühe Dämmerung. Nein, man muss ihn wirklich nicht mögen, diesen verzichtbaren Monat. Der bekannte Dichter Erich Kästner („Emil und die Detektive“) mochte die Tage zwischen dem 1.11. und 30.11. wohl auch nicht besonders. Sein Gedicht „November“ beginnt nämlich mit den Worten: „Ach, dieser Monat trägt den Trauerflor./ Der Sturm ritt johlend durch das Land der Farben./ Die Wälder weinten. Und die Farben starben./ Nun sind die Tage grau wie nie zuvor./ Und der November trägt den Trauerflor.“ Mittlerweile entdecke ich aber zunehmend auch die schönen Seiten: Die Stille in der Natur zum Beispiel – die muss man mal bei einem Spaziergang vor der Dämmerung erlebt haben! Oder das gemütliche Sofa mit einer Tasse Tee, wenn draußen der Herbstregen die Tropfen gegen die Fensterscheiben trommelt. Eine Sache macht mir den November auch noch wichtig: das Erinnern. Der November steht im Zeichen des Ewigkeits-Sonntages, an dem wir Christen unserer Verstorbenen gedenken. Und so gehen auch meine Gedanken in dieser Zeit häufiger zurück an die Lieben, die nicht mehr leben, weil sie – teil-weise viel zu früh – heimgegangen sind. Ich denke an sie zurück mit der Dankbarkeit für alles Erlebte, erinnere mich an ihre Stimmen und ihr Lachen, lächle in mich herein und die eine oder andere Träne fließt dann natürlich auch. Sie fehlen mir hier in diesem Leben. Das wird auch so bleiben. Mir gibt dann aber auch die Zusage von Christus Kraft, dass es noch eine Zukunft gibt: Gottes Ewigkeit, in der es das Wiedersehen mit denen gibt, die uns vorangegangen sind. Vor allem ein Vers gibt mir dann Zuversicht: „Christus spricht: Auch Ihr habt nun Traurigkeit; aber ich will Euch wiedersehen und Euer Herz soll sich freuen und Eure Freude soll niemand von Euch nehmen.“ (Johannes 16,22). Das ist mein „November-Erlebnis“. Jedes Jahr wieder. Dafür bin ich diesem Monat doch sehr dankbar. Ich hoffe, dass Sie und Ihr diesen Monat auch von seinen wertvollen Seiten her genießen könnt. Einen besinnlichen und ruhigen November wünscht Euch/Ihnen im Namen aller Mitarbeiter Pfr. Jonathan Hahn