9/2016

Pfarrerin Dorothee Markert

Pfarrerin Dorothee Markert

Liebe Leserinnen und Leser!

Bei Hochzeiten in der Kirche werden verschiedene Bibeltexte vorgelesen. Bekannt und daher von vielen erwünscht ist das „Hohelied der Liebe“ aus dem 1. Korintherbrief. Paulus verknüpft die liedhaften hymnischen Verse mit dem Leben und mit seiner Theologie. Wer es nachlesen möchte: Sie finden es im Neuen Testament, im 13. Kapitel seines 1. Briefes an die Gemeinde in Korinth.

Steht das Paar vor dem Altar, hören die beiden noch andere Schriftworte, die bekunden, dass eine Gemeinschaft (und die Partnerschaft ist nun mal die kleinste) eine gute Gabe Gottes ist. Wir wollen ja nicht vereinsamen, allein leben, wir suchen nach einem Miteinander oder nach einem ebenbürtigen Gegenüber.

Und auch bei diesen Worten vor dem Altar wird ein Brief aus dem Neuen Testament zitiert. Darin heißt es unter anderem: „Lasst das Wort Christi reichlich unter euch wohnen.“ Das klingt für viele befremdlich: Wir dachten, wir sind zu zweit – und jetzt wohnt noch jemand bei uns? J. Ja, die Worte von Jesus Christus sollen bei uns „wohnen“. Das ist mehr als sie „zu Besuch zu haben“. Sie sollen zu unserer Einrichtung gehören wie die Waschmaschine, der Kühlschrank und das Bett. Worte von Jesus Christus sollen uns also tagtäglich begegnen. Wir werden uns mit ihnen auseinandersetzen (wie mit unserem Ehepartner, unseren Kindern, unserer Nachbarin). Letztlich können wir sie anschauen, wie wir auch jeden Tag in den Kühlschrank sehen, wenn wir sie sichtbar vor uns haben. Ich finde, ein Spruch oder ein paar wenige Sprüche, die uns aus der Bibel wichtig geworden sind, reichen da schon aus. Darum gebe ich gern Taufsprüche, Konfi-Sprüche oder Trausprüche ausgedruckt in einem einfachen Bilderrahmen mit. Sie sollen sich bewähren in unserem Alltag. Das werden sie auch! Da bin ich sicher! Und wenn es uns gelingt, sie immer wieder in unser Klein-Klein des Alltags hineinzunehmen, dann werden sie uns verändern – in guter Weise. Aus ihnen spricht Trost und Gelassenheit, sie sind uns Antrieb und Kraft. Sie rücken oft zurecht, was im Alltäglichen verloren zu gehen droht. Vor allem zeigen sie an einem kleinen Stückchen Wand einen Teil unseres Gottvertrauens. Das braucht`s gegen alle Widerspenstigkeit und alles Misstrauen – für ein gutes Miteinander – ganz im Sinne Gottes. Bleibt in seiner Liebe!

Im Namen aller Mitarbeitenden und unserer Kirchenvorstände grüßt Sie Ihre Pfrn. Dorothee Markert.