5/2016

Stefanie Hirsch

Stefanie Hirsch

Die Sache mit dem Vertrauen

Kennen Sie das auch? Die Sorge um einen lieben Angehörigen kann uns manchmal ganz schön in Anspruch nehmen und auch im wahrsten Sinne des Wortes unsere „Zeit fressen“. Man ist dann in Gedanken ganz viel beim Anderen, obwohl es doch ringsherum noch so viel zu tun gäbe. Manches spielt dann einfach keine Rolle mehr, obwohl es doch eigentlich wichtig ist.

Vor ein paar Tagen bekam ich die Nachricht, dass meine Oma mit ernsten Herzproblemen ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Und meine Mutter erzählte mir dann auch noch, sichtlich mitgenommen, von einem Besuch, bei dem meine Oma völlig verwirrt war und mit der neuen Situation nicht zurechtkam. Nun steht für sie und uns die Sorge im Raum: Wie soll das alles weitergehen? Kann meine Oma in ihrem geliebten Zuhause bleiben? Wie lange noch? Und was wird dann?

Heute habe ich wieder mit meiner Mutter telefoniert und dabei hat sie etwas gesagt, über das ich dann lange nachdenken musste: „Gott wird sicher eine Lösung finden. Wir müssen nur darauf vertrauen!“ Eigentlich ein ganz alltäglicher Satz. Aber ich habe mir die Frage gestellt: Tun wir das eigentlich immer, wenn es „dran“ wäre. Ich beobachte bei mir selbst, dass ich viel zu oft versuche, alles alleine hinzukriegen.

Dabei gibt uns Gott das Versprechen seiner Hilfe ja sogar schriftlich, an vielen Stellen der Bibel. Eine, die mir jetzt gerade im Kopf herumgeht, kennen Sie bestimmt: „Rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten und du sollst mich preisen.“ Ein bekannter Vers, der in Wort, Bild und Lied oft Verwendung findet. Und gleich stellt sich mir noch eine weitere Frage: „Wie ist das eigentlich mit dem Preisen?“ Ist Gottes Hilfe denn nicht manchmal schon irgendwie selbstverständlich geworden? Beten wir nicht viel schneller mal, wenn wir Hilfe brauchen, als um zu danken und ihn für seine Hilfe zu loben? Mir jedenfalls geht es manchmal so und ich habe mir vorgenommen, jeden Abend mal zu schauen, was es am vergangenen Tag zum Danken gibt – und wenn es noch so klein und unbedeutend erscheint. Und ich möchte mich mehr auf Gott und seine Hilfe verlassen, auch wenn es mir manchmal schwer fällt.

Einen gesegneten Start in den Monat Mai wünscht Ihnen Stefanie Hirsch (Gemeindepädagogin)