6/2017

Pfarrer Jonathan Hahn

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Ich schreibe diese Zeilen, während draußen vom Kirchturm her Glockenklänge den Abend einläuten. Meine Gedanken wandern hinüber zu diesen schwingenden und stahlschweren Musikanten in unserem Kirchturm. Wie oft haben sie nicht schon geklungen! Nicht nur zu den unterschiedlichen Tageszeiten, sondern auch zu den unterschiedlichsten Anlässen. Gottesdienste beginnen und enden mit dem bewussten Hören auf ihre Klänge. Generationen von Konfirmanden wurden bei ihrem Geläut eingesegnet, Paare getraut und Kinder getauft. Und ja, auch viele Särge und Urnen wurden bei ihrem Geläut auf dem letzten Gang in die Ewigkeit begleitet. Auf den Klang der Glocken, der regelmäßig über Dächer und Felder hinaus gesendet wird, möchte ich nicht verzichten. Die Klänge schaffen wohltuende Vertrautheit. Sie dringen auch als Einladung an mein Ohr: „Halte im Tageslauf kurz still, atme tief durch, höre auf den Klang.“ Manchmal fällt mir dabei noch ein Mensch ein, der ein Gebet braucht. Oder ich überlege bewusst, wofür ich an diesem Tag dankbar sein kann. Ohne die Erinnerung durch die Glocken würden diese wichtigen Dinge im Alltagsgeschehen wohl zu kurz kommen. Auf jeden Fall ist diese klitzekleine Unterbrechung wohltuend. Probieren Sie es mal selber aus. Das nächste Läuten fängt vielleicht gerade an.

Im Namen aller Mitarbeitenden und der Kirchenvorstände grüßt Sie Ihr Pfarrer Jonathan Hahn