5/2018

Gemeindepädagogin Manuela Stöcker

Liebe Leserinnen und Leser!

Vor kurzem feierte mein Sohn seinen 10. Geburtstag. Die Zeit bis zu dem Tag war für uns aufregend. Er hatte sich einen Kalender gebastelt, mit dem er die Tage bis dahin herunterzählen konnte. Er freute sich so sehr auf diesen Tag und auf sein Wunschgeschenk. Als der Tag endlich da war, platzte er fast vor Freude. Sein Geschenk bekam er, und er empfing es mit großer Freude. —

Gott hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben – wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?  – Römer 8,32

Diesen Vers las ich vor kurzem im Losungsbuch, und ich dachte darüber nach, wie ich Geschenke empfange. Kann ich mich auch so bedingungslos freuen wie ein Kind oder kommt mir gleich der Gedanke, was ich dem Anderen jetzt nur schenken könnte? Ist mein „Danke“ ehrlich oder gespielt?

Gott machte uns mit seinem Sohn Jesus das größte Geschenk. Durch ihn haben wir die Chance, Gott ganz nah zu sein, zu ihm zu gehören. Jesus hat uns durch seine Worte, Gleichnisse und Taten gezeigt, wie es geht, mit Gott zu leben.

Und das Tolle: wir müssen keine Gegenleistung, kein Gegengeschenk liefern, er will nur unser ehrliches „JA“.

Außerdem bekommen dieses Geschenk nicht nur die, die festlich gekleidet, schön und gesund sind. Nein, Gott beschenkt vor allem die, die sonst wenig bekommen, die außen stehen, weil sie krank, einsam, müde, traurig sind.

Mit diesem Geschenk erwartet uns ein freies Leben mit Gott, getragen vom Glauben. Besser geht’s nicht!

Bin ich bereit, dieses große Geschenk würdig zu empfangen oder bin ich damit überfordert oder ignoriere es sogar?

An manchen Tagen gelingt mir der Umgang damit schlecht, manchmal besser.

Wenn ich in der Losung lese, erinnere ich mich daran, dass ich Gottes Geschenk mit Freuden annehmen möchte, ohne Wenn und Aber. Er sagt doch auch jeden Tag „JA“ zu mir.

Ich möchte darin die Chance sehen, Gottes Liebe, die ich empfangen darf, weiterzugeben und so ein Stück am Reich Gottes mitzubauen. Jesus setzt sein Vertrauen in uns.

Und: Viele kleine Leute, an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun, werden das Antlitz dieser Welt verändern. (afrikanisches Sprichwort)   Ihre Manuela Stöcker (Gemeindepädagogin)