7/2018

Stefanie Hirsch

Stefanie Hirsch

Zeit, um Abschied zu nehmen

„Meine Zeit steht in Deinen Händen, nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in Dir. Du gibst Geborgenheit, Du kannst alles wenden. Gib mir ein festes Herz, mach es fest in Dir.“ So lautet der Refrain eines Liedes, das ich in meiner Zeit in der Jungen Gemeinde in Herrnhut kennengelernt habe und das mir seitdem sehr wichtig geworden ist.

Wie ist das denn eigentlich mit der Zeit? Jeder von uns nimmt sie anders wahr, verbindet andere Dinge damit.

Zeit kann unheimlich lang sein! – so sehen das oft die Kinder. Meine 5-jährige Tochter beschwert sich manchmal genervt: „Mama, das dauert!“

Zeit kann schön sein! – Ferienzeit (darauf freuen sich jetzt alle Schulkinder); Urlaubszeit (darauf freuen sich die Eltern); Weihnachtszeit (wird oft sehnsüchtig erwartet).

Zeit kann schwer sein! „Das war eine schlimme Zeit!“ hört man ältere Leute manchmal sagen, wenn sie auf bestimmte Erlebnisse ihres Lebens zurückblicken. Und eigentlich kann das sicher jeder von uns irgendwie über bestimmte Zeiten in seinem Leben sagen.

Zeit kann zu Ende gehen! Das Schuljahr geht zu Ende. Für einige ging nicht nur das Schuljahr, sondern auch die Schulzeit überhaupt zu Ende – vor ihnen liegt nun eine neue Zeit – Ausbildung, Arbeit, Beruf und auch Unsicherheit, wie das alles werden wird.

Auch für mich geht hier und jetzt mehr zu Ende – nämlich meine Zeit in den Gemeinden um Bernstadt herum. Mit Beginn des neuen Schuljahres werde ich (aufgrund der Strukturreform innerhalb unserer Landeskirche) beruflich in die Region „SiebenKirchen“ (zw. Ostritz und Wittgendorf) wechseln. Es heißt also für mich Abschiednehmen. Und das fällt mir nach 16 Jahren nicht leicht.

Auf jeden Fall nehme ich viele schöne Erinnerungen mit an meine Zeit in den Gemeinden, an meine Zeit bei Ihnen und bei Euch. Erinnerungen, für die ich dankbar bin – Begegnungen, Freundschaften, Gespräche, Erlebnisse… diese Liste könnte ich jetzt noch ein ganzes Stück weit fortsetzen.

„Unsere Zeit steht in Gottes Händen“ – so formuliert, wird die Liedzeile zur Zusage: Wir dürfen darauf vertrauen, dass Gott uns führt und uns hilft, unsere Zeit gut und sinnvoll zu nutzen, egal, was vor uns liegt. Und wir dürfen dankbar auf die Zeiten zurückblicken, die hinter uns liegen, schöne und schwere.

Für mich ist jetzt erst einmal die Zeit zum Verabschieden gekommen, auch wenn ich nicht ganz aus

Bernstadt und Umgebung verschwinden werde – ich werde weiterhin Religion an der Oberschule Bernstadt und der Grundschule Schönau-Berzdorf unterrichten. Und deshalb sage ich nicht „Lebewohl“, sondern „Auf Wiedersehen“.   
Ihre Gemeindepädagogin Stefanie Hirsch