2/2019

Pfarrer Thomas Markert

Schnee-Psalm

Der Jahreswechsel und die erste Hälfte des Januar hielten schon reichlich Schnee für uns bereit. Wir hätten ihn sicherlich noch etwas reichlicher und etwas dauerhafter haben können, für mache Gegenden in Bayern wurde er regelrecht bedrohlich. Unter diesen Eindrücken möchte ich Ihnen den Schnee-Psalm von Christine Busta (österreichische Schriftstellerin, geb. 1915) weitergeben, ein Gedicht, das im Schnee noch mehr erkennt als allein ein schönes Weiß, gute Wintersportmöglichkeiten oder schwierige Straßenverhältnisse.

Dieses Gedicht verbinde ich daher ausdrücklich mit der Hoffnung, dass es doch im Februar gern noch mal mehr von diesem Schnee geben möge.

 

Heute nenn ich dich Schnee, Du unerschöpflicher Schöpfer

vergänglicher Schneekristalle,

der die nackten Äcker bekleidet, den Wanderer weglos macht

und die ärmlichen Hütten füllt mit Geborgenheit und Einkehr.

 

Schwebender Du, der den Bäumen Last wird,

der die tapferen Krähen auswirft in die Stille und die Tiere

aus den Wäldern den Menschen nahebringt,

der die Hilflosen hilfloser macht und die Hilfsbereiten bereiter.

 

Lautloser, der das Vertrauen entfremdet,

wird uns deine Fülle begraben, werden die Flüche das Lob ersticken?

Morgen vielleicht schon wird uns Dein Weiß

blenden und Du beginnst zu tauen.

Herrlicher! Dann nenn ich Dich Sonne.

 

Einen schönen Winter mit ganz besonderen Gottesbegegnungen wünscht Ihnen, Ihr Pfr. Thomas Markert