1/2011

Pfarrer Thomas Markert

Pfarrer Thomas Markert

Was für ein Name
„Und du sollst ihm den Namen Jesus geben“, mit diesen Worten aus der Weihnachtsgeschichte kündigt ein Engel der Jungfrau Maria die Geburt ihres Kindes an. Das Kind, dessen Geburt wir zu Weihnachten noch heute feiern. Der Name, den Maria ihrem Kind geben soll ist jedoch mehr als ein Name. Es ist zugleich eine an alle Menschen gerichtete Botschaft. Denn Jesus, auf HebräischJeschua, heißt übersetzt: Gott rettet. Viele Jahre nach seiner Geburt wird sich der Sohn Marias dann in aller Öffentlichkeit dazu bekennen, dass er in die Welt gekommen ist, „um zu suchen und zu retten, was verloren ist“. Jesus ist also der Suchdienst Gottes. Manche Ältere erinnern sich sicher noch, wie nach dem Weltkrieg jahrelang die täglichen Suchmeldungen des Deutschen Roten Kreuzes im Radio ausgestrahlt wurden. Durch die regelmäßigen Suchmeldungen fanden viele, durch die Kriegswirren auseinandergerissene, Familien wieder zusammen. Nach jahrelanger Suche konnten Eltern ihre verschollenen Kinder wieder glücklich in die Arme schließen. So ähnlich ist Jesus vor 2000 Jahren als Suchdienst des himmlischen Roten Kreuzes auf die Welt gekommen. Seine Lebensaufgabe war es, Gott – den himmlischen Vater aller Menschen – wieder mit seinen Söhnen und Töchtern zusammenführen, die ihm im Lauf der Jahre verloren gegangen sind. Die Weihnachtsgeschichte erzählt davon, dass Gott das Schicksal seiner verloren gegangenen Welt und seiner Menschen nicht kalt lässt. Mit der Geburt von Jesus vor 2000 Jahren hat Gott eine beispiellose Rettungsaktion gestartet: Gott sucht nach seinen ihm fremd gewordenen Menschen. Mag schon sein, dass viele dieser Menschen ihr Interesse an Gott als ihrem liebevollen Vater längst verloren haben. Sie erwarten nichts mehr davon, sich von Jesus finden zu lassen. Nur gilt das eben nicht von Gott. Gott sucht bis heute unablässig nach Wegen und Möglichkeiten, mit uns Menschen wieder zu einer vertrauensvollen Beziehung zu kommen. Und Jesus ist so etwas wie eine Tankstelle für neues Gottvertrauen – Vertrauen, dass selbst noch in den tiefsten (Sinn-)Krisen und Schicksalsschlägen Lebenshilfe und Fundament ist. In wenigen Tagen feiern wir Weihnachten. Wenn dann am Ende des Gottesdienstes das Lied Oh du fröhliche angestimmt wird, dann wünsche ich Ihnen, dass Sie mit einem (noch) kleinen oder auch ganz großen Vertrauen in die Zeile mit dem besonderen Namensprogramm einstimmen werden: „Christ, der Retter, ist da.“ Ihr Pfarrer Thomas Markert