4/2011

Stefanie Hirsch

Gemeindepädagogin Stefanie Hirsch

Jesus kommt zu den Jüngern und findet sie schlafend; und er spricht zu Petrus: Also nicht einmal eine Stunde könnt ihr mit mir wachen? Wachet und betet, damit ihr nicht in Versuchung kommt; der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach. (Mt. 26,40+41)
Der Tag war lang, die Eindrücke waren vielfältig, das Abendessen war umfangreich und gut und es war spät – wen wundert es, dass den Männern, die mit Jesus unterwegs waren, die Augen zufielen. Jesus war hellwach, als er mit seinen Jüngern in den Garten kam, in dem sie während des Passahfestes in Jerusalem zu übernachten pflegten. Die Angst vor dem, was vor ihm lag, hatte ihn erfasst. Er nimmt 3 von den 11 Männern beiseite und bittet sie: „Wachet und betet …mit mir!“ Dann ging er ein wenig weiter und fiel auf die Knie, um zu beten. Gebetsunterstützung in einer tiefen Krise war sein Wunsch, doch Jesus findet sie schlafend. Erstaunlich nicht, Jesus Christus, der Sohn Gottes, bittet in Angst und Krise um Unterstützung im Gebet. Jesus lässt diese 3 Männer an sich ´ran, er wünscht sich, dass sie ihn in seiner schwersten und auch schwächsten Stunde begleiten und unterstützen. Angst und Schwäche zeigen, das passt so gar nicht zu Jesus, oder? Jesus Christus hat mit größter Würde einen Foltertod am Kreuz auf sich genommen, er ist alles andere als ein Schwächling. Nächte hat Jesus allein im Gebet verbracht, doch nun in seiner schwersten Stunde sucht er die Unterstützung im Gebet, er wünscht sich die Unterstützung: „Wachet und betet … mit mir!““Der Geist zwar ist willig, das Fleisch aber schwach…“ – das erlebt Jesus gerade selbst. Damit der Geist aber den Kampf gewinnt, flieht er in das Gebet und sucht Unterstützung. Jesus hat seinen inneren Kampf gekämpft und gewonnen, letztlich musste er ihn alleine ausfechten, weil bei den Jüngern dann doch das schwache Fleisch gewonnen hatte. Im gemeinsamen Glauben geht es ohne Enttäuschungen nicht ab, dennoch hat Jesus Nähe gewagt, und er lässt seinen Freunden den Raum zur Besserung. Kündigt ihnen nicht gleich die Freundschaft. Er sieht ihren guten Willen und ihre menschliche Schwäche. Lasst nach diesem Vorbild immer wieder das Wagnis eingehen, uns für andere zu öffnen, um mit ihnen gemeinsam unsere Not vor Gott zu bringen.
Ihre Gemeindepädagogin Stefanie Hirsch