6/2011

Liebe Leserinnen und Leser!
Jetzt ist es soweit! Der Kirchentag in Dresden steht unmittelbar vor der Tür oder ist bereits im vollen Gange – wenn Sie den Kurier lesen. Verschiedene Personen aus ganz Sachsen haben sich zur Kirchentagslosung Gedanken gemacht. Mich haben die Worte von Herrn Burger, dem Baudirektor der Dresdner Frauenkirche – einem weltweitem Versöhnungsbau – besonders berührt. Ich will sie Ihnen gern weitergeben: …da wird auch dein Herz sein!
Wo ist denn aber nun mein Herz? Da gibt es vieles, das mir lieb und wert ist. Da hängt an vielem mein Herzblut. An meiner Frau, den Kindern, Schwieger- und Enkelkindern. An der Frauenkirche, ihren Mitarbeitern, den Bauleuten beim Wiederaufbau, den Spendern, den Förderern und der großen Schar der Menschen, die eine so erfolgreiche Geschichte mitgeschrieben haben und heute noch dafür dankbar sind, dass es diese Kirche gibt. Mein Herzblut hängt an Dresden, Sachsen, dem wiedervereinigten Deutschland und an vielen Freunden. Ich könnte die Aufzählung noch lange fortsetzen. Sie soll auch keine Gewichtung sein und sie ist zeitabhängig, veränderlich in ihrer Wertigkeit. Und hier, so glaube ich, liegt der Knackpunkt unserer Kirchentagslosung. Das Wort Jesu ist aus der Bergpredigt entnommen. Und damit hat es eine Bedeutung und einen Inhalt, der eben mehr ist als eine von Umständen oder beliebigen Neigungen beeinflusste Interpretation. Jesus predigt den Willen Gottes zu seinen Jüngern und eine große Volksmenge hört zu. Es wird praktisch dasGrundgesetz des Glaubens verkündet. Und damit gilt es grundsätzlich für alles, was wir denken und tun, nicht für das, was wir lieben und gern haben. Gott will unsere Liebe, nicht die äußere Erfüllung der Gesetze, sondern unser Herz. Dieses Gebot der Liebe überschreitet dann alle Grenzen. Es gilt sogar für den Feind, auch er ist mein Nächster. Jesus sagt: Liebet eure Feinde. Euer Schatz ist im Himmel. Da soll auch unser Herz sein. Wenn uns das gelingt, können wir Gottes Gebote erfüllen und in der nachfolge Jesu Christi leben. Dann gewinnt der Mensch als Mitmensch und Nächster einen unendlichen Wert, denn Gott lieben und den Nächsten lieben gehört unauflöslich zusammen. Deshalb ist der Schatz im Himmel so wichtig und eigentlich erstrebenswertes Ziel. Wenn das so ist, haben wir eine gute Grundlage dafür, mit unserem Herz auch bei anderen Dingen zu sein. Der Kirchentag in Dresden wird uns dazu viele Angebote und Anregungen geben. Wir müssen sie nur erkennen und annehmen. Ihr Dr.-Ing. Dr.h.c. Eberhard Burger, Baudirektor beim Aufbau der Frauenkirche in Dresden.

Im Namen der Kirchenvorstände und der Mitarbeitenden grüßen Sie und euch herzlich Ihre Pfarrer Christoph Arnold und Thomas Markert sowie Pfarrerin Dorothee Markert.