7/2011

Pfarrer Christoph Arnold

Pfarrer Christoph Arnold

Der Kirchentag ist tot! Es lebe der Kirchentag. So möchte ich in Anlehnung an eine alte französische Heroldsformel gern festhalten, die versucht etwas zu bewahren, was wichtig für das Zusammenleben der Menschen ist: Kontinuität. In einer Zeit vieler Brüche (beruflich, familiär, usw.) erscheint es immer klarer, wie wichtig etwas Kontinuierliches für das eigene Leben ist. Etwas, das bleibt, das Bestand hat, das sich nur sachte ändert. Das war der Sinn auch im alten Frankreich. Dieses Ansinnen ist für mich auch im Kirchentag, der uns noch aus der Ferne leuchtet, zu entdecken – genauer gesagt im Motto desselben: Wo dein Schatz ist, da ist auch dein Herz. Nun sind Schätze nicht ständig auswechselbar. Denn wenn es so wäre, wenn die Schätze ständig wechseln würden, dann würde das Herz ja einen Herzkasper kriegen, total verrückt spielen und in sich zusammenfallen. Ja, Schätze sind bleibende Schätze. Und deswegen sind sie auch wichtig für uns. Nun hat ein Kabarettist sehr pointiert aufgezeigt: manchmal ist ein Schatz tatsächlich an sehr eigenartigen Orten zu finden (er verwies auf die Kirchentag-T-Shirts, auf denen das Herz letztlich in der Hose „ruhte“). Doch vielfach sind es sehr verständliche und einleuchtende Orte, an denen die Schätze ruhen und die Herzen schlagen. Gern möchte ich als Beispiel auf die Dittersbacher Kirche verweisen – das Zentrum im Ort. Mit ihrem Turm das Wahrzeichen für viele. Vom Kirchentag nun habe ich das beeindruckende Bild mitgenommen, dass es möglich ist, dass viele Menschen einander im Guten und zum Guten begegnen können, wenn sie ein Geist treibt. Ein offener und herzlicher Geist. Nicht die tollen Kirchen meiner Heimatstadt standen im Zentrum – bestenfalls als Silhouette – sondern die bevölkerten Elbwiesen. Das Miteinander war das Wichtige. Das miteinander singen, beten, diskutieren, sitzen, laufen und radeln – unter dem Anspruch Gottes. Dass Menschen sich nicht fremd blieben, dass sie Vertrauen zueinander aufgebaut haben. Solches braucht unsere Welt. Solches brauchen unsere Orte. Deswegen reicht es nicht aus, unsere Kirchen samt ihren Türmen zu renovieren. Es braucht die Menschen in ihnen – die Begegnungen, die offenen Herzen – das wünsche ich mir für unsre Orte: ein lebendiges Miteinander. Dasselbe wünsche ich Ihnen allen für ihren Urlaub – gleich ob zu Hause oder in der Ferne. Dass Sie auf Schatzsuche gehen können und dabei anderen begegnen und viel Schönes miteinander erleben. Vielleicht auch mit Gott. Vielleicht auch in einer (renovierten) Kirche. Es lebe die Begegnung.
Ihr Pfarrer Christoph Arnold