8/2011

Pfarrerin Dorothee Markert

Pfarrerin Dorothee Markert

Liebe Leserinnen und Leser!
Oft werde ich auf meine Halskette angesprochen. Nein, kein Silber. Auch keine Perlen. Eine ganz einfache Kette ist das: ein Strickchen und … ? Und einem Anhänger aus Holz. Ganz schlicht. Christenlehrekinder und Konfirmanden kommen bald auf eine Erklärung: „Ach so, Ihr Mann heißt Thomas und deshalb haben Sie ein T um.“ Für sie ist dann alles klar. Ein Stück von der oder dem Liebsten wird als Erinnerung und Verbindung getragen. Warum nicht? Mein hölzernes „T“ ist jedoch nicht der Anfang von Thomas, sondern ein Tau-Kreuz. Der Name leitet sich vom 19. Buchstaben des griechischen Alphabets Tau bzw. dem letzten Buchstaben des hebräischen Alphabets Taw ab. Das uralte Symbol für Vollendung aus der orientalischen Mythologie fand bald Eingang in christliche Darstellungen. Es kann auch als Ägyptisches Kreuz, Antonius- oder Franziskuskreuz bezeichnet werden. Die Antoniter und Franziskaner sind Orden (also Mönche bzw. Nonnen, die zusammen in Klöstern leben und ihr Leben ganz Gott geweiht haben). Für den Heiligen Franziskus war dieses Kreuz auch ein Segenszeichen. Segen sollte von dem Kreuz, diesem Symbol für Sterben und Auferstehen, für alle Menschen ausgehen, die es sehen. Eine Kreuzkette ist für mich nicht einfach eine Kette. Sie ist ein Bekenntniszeichen. So als ob ich sagte: Du, ich bin Christin. Oder: Sei gesegnet! Manchmal denke ich aber auch: Ich bin im Auftrag des HERRN unterwegs. Das klingt zwar sehr nach den Blues-Brothers, aber ich finde das für mich als Pfarrerin stimmig. Für wen oder was sollte ich sonst Besuche machen, Gottesdienste halten oder Religionsstunden absolvieren? Ich tue es für Jesus Christus, meinen HERRN. Das mache ich mir täglich bewusst. Wenn ich die Kette morgens anlege, dann bete ich: Bei Dir, Jesus, will ich bleiben, stets in Deinen Diensten stehn; nichts soll mich von Dir vertreiben, will auf Deinen Wegen gehen. Du bist meines Lebens Leben, meiner Seele Trieb und Kraft, wie der Weinstock seinen Reben zuströmt Kraft und Lebenssaft. Das ist ein Liedvers aus dem Gesangbuch. Sie können ihn nachlesen – und weiter lesen – unter der Nummer 406. Ich habe mir mal vorgenommen, das ganze Lied auswendig zu lernen, aber das hab ich noch nicht geschafft. Schade eigentlich – und dann bin ich froh, dass Jesus Christus mich auch so in seinen Dienst nimmt … in meiner Unvollkommenheit. Das Kreuz erinnert mich an IHN und daran, dass ER all mein – und unser – Stückwerk zur Vollendung bringen wird.
Bleiben Sie alle wohl behütet – im Namen unserer Mitarbeitenden und Kirchenvorstände grüßt Sie Ihre Pfarrerin Dorothee Markert.