11/2012

Pfarrerin Dorothee Markert

Pfarrerin Dorothee Markert

Liebe Leserinnen und Leser!
„Unsere Weltlandwirtschaft kann problemlos 12 Milliarden Menschen ernähren; das heißt, ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet.“ Jean Ziegler, Sonderberichterstatter der UNO von 2000 bis 2008, sagte diesen Satz in einem Interview. Ich habe diesen Satz vor zwei Jahren gehört; er hat sich in mir festgesetzt. Ich werde ihn nicht mehr los. Ich höre ihn, wenn ich einkaufen gehe. Ich denke daran, wenn ich an den Mülltonnen oder Biotonnen vorbeigehe (egal ob Privathaushalt oder die Container vor den Supermärkten). Neulich war ich daran erinnert, als bei einem Geburtstagsbesuch die Rede der Runde auf die heutige Landwirtschaft kam. Jean Ziegler klagt zwischen den Zeilen an. Ich bin eine Mörderin! Du trägst schuld! Wir alle. Das ist ein Hammer! Und wir haben vermutlich alle das Gefühl, nichts dagegen tun zu können! Ist das wirklich so? Ich will mich damit nicht zufrieden geben! Wie gerne essen wir reichlich und billig. Aber auf wessen Kosten? Der Bauer „um die Ecke“ kann von unseren Milchpreisen nicht leben. Auch das Getreide müsste teurer sein, wenn man die wirklichen Kosten bedenkt. Sogar beim Kaffee sparen wir, was wir nur können, obwohl sich das minimal auf unser Portmonee auswirkt.
In der Bibel rufen immer wieder Propheten auf: Kehrt um! Kehrt um von diesem verkehrten Weg. Kehrt euch ab von dem ständigen Drehen um euch selbst und der Angst, zu kurz zu kommen! Schlagt einen anderen Weg ein – den Weg einer frohen Botschaft für alle Menschen! In der Bibel heißt das: Glaubt an das Evangelium! Vertraut der Botschaft Gottes – ER sorgt für uns; wir kommen nicht zu kurz! Es kann anders gehen! Am Bußtag ist solch ein Besinnen möglich, auch ein Umdenken für unser Leben. Viele nutzen den Tag, der bei uns frei ist, zum Arbeiten in Haus und Garten. Nutzen Sie ihn doch auch, um über Ihr Handeln nachzudenken. Meinetwegen auch gern in einem unserer Gottesdienste. Ich weiß, dass wir so etwas nicht gern hören und dass es schwerfällt, sich das eigene Fehlverhalten vor Augen zu führen. Doch wie heißt es in einem Sprichwort: Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Es ist eine Besserung für viele Menschen drin, dessen bin ich sicher!
Im Namen aller Mitarbeitenden grüßt Sie Ihre Pfarrerin Dorothee Markert.