1/2012

Pfarrerin Dorothee Markert

Pfarrerin Dorothee Markert

Liebe Leserinnen und Leser!
Kürzlich entdeckte ich ein Lied wieder, das zwar ein Weihnachtslied ist, aber halt ein Januar-Lied, weil es zu Epiphanias, dem Dreikönigstag am 6. Januar, gesungen wurde (und wird):

Drei Kön’ge wandern aus Morgenland;
ein Sternlein führt sie zum Jordanstrand.
In Juda fragen und forschen die drei,
wo der neugeborene König sei?
Sie wollen Weihrauch, Myrrhen und Gold
dem Kinde spenden zum Opfersold.
Und hell erglänzet des Sternes Schein,
zum Stalle gehen die Kön’ge ein;
das Knäblein schauen sie wonniglich,
anbetend neigen die Kön’ge sich;
sie bringen Weihrauch, Myrrhen und Gold
zum Opfer dar dem Knäblein hold.

Zugegeben, der Text klingt ziemlich sperrig. So spricht heute kein Mensch mehr.
Doch dieses Lied zeigt mir: Weihnachten ist mit Heilig‘ Abend noch nicht vorbei. Menschen sind unterwegs zu Jesus Christus. Menschen suchen nach Hoffnung, nach Erfüllung, nach Zufriedensein. Aber gerade nach dem großen Fest fallen viele in ein tiefes Loch: Was, das soll’s gewesen sein? Wünsche haben sich nicht verfüllt. Der ersehnte Frieden ist nicht eingetreten. Klar, man hat sich einigermaßen verstanden, aber … Da bleibt so vieles offen.
Da haben es die Könige, die Weisen aus dem Orient, besser. Ihr langer Weg hat sich gelohnt – denn sie hatten noch etwas ganz anderes „im Gepäck“: Ihre teuren Gaben drücken nämlich aus, wie sehr sie mit ganzem Herzen dabei sind. Hier noch die nächste Strophe:

O Menschenkind! Halte treulich Schritt!
Die Kön’ge wandern, o wandre mit!
Der Stern der Liebe, der Gnade Stern,
erhelle dein Ziel, so du suchst den HERRN,
und fehlen Weihrauch, Myrrhen und Gold,
schenke dein Herz dem Knäblein hold! Schenk ihm dein Herz!

Genau: Gold, Weihrauch und Myrrhe habe ich nicht, aber ich habe ein Herz. Das soll Jesus Christus gehören. Das kann ich IHM schenken! Das ist das wertvollste Geschenk für Jesus: Unser Herz. Weiter nichts. Dann hat sich unser Weg zur Krippe und zur Christvesper schon gelohnt – und merkwürdig, jetzt gehen auf einmal wir selbst reich beschenkt nach Hause und hinein in das neue Jahr – wie Könige!
Im Namen aller Mitarbeitenden und unserer Kirchenvorstände wünsche ich Ihnen ein behütetes Weihnachtsfest und Gottes Segen für das neue Jahr.
Ihre Pfarrerin Dorothee Markert