3/2012

Pfarrerin Dorothee Markert

Pfarrerin Dorothee Markert

Liebe Leserinnen, liebe Leser!
In letzter Zeit denke ich oft an die indianische Weisheit: „Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.“ Was wird nicht alles fürs Geld getan. Ein ganzer Staat wird derzeit umstrukturiert, damit wieder Gelder fließen. Gesetze werden entworfen, um Steuerpflichtige zur Kasse bitten zu können. Natürlich geht die Jagd nach dem Geld an die Schöpfung; der Mensch vergreift sich an der Erde, an Pflanzen und Tieren in furchterregenden Dimensionen. Regenwälder werden abgeholzt – die wertvollen Bäume spenden keinen so wichtigen Sauerstoff, viele Tiere werden um ihre Heimat gebracht, die nachfolgende Monokultur dient nicht den Bauern vor Ort, sondern großen Konzernen – und unserem Geldbeutel. Die Erde wird nach Metallen durchwühlt und ganze Landstriche werden unbewohnbar, damit wir mit billigen Handys telefonieren können. Die Zusammenhänge sind oft nicht leicht zu erkennen und erst recht nicht leicht zu erklären.
Das mögen wir nicht gerne hören, und sehen auch nicht. Wir leben über dem Maß, das für unsere Erde gut und vertretbar wäre. Uns wurde von Gott der Auftrag gegeben, die Schöpfung zu schützen und zu bewahren. Es ist dazu nicht zu spät! Die Fastenzeit kann uns sensibel machen für andere (nicht nur Menschen, sondern auch Tiere und Pflanzen) und sollte uns dazu bringen, unseren Lebensstil zu überdenken – nicht allein beim Essen, aber auch da. Denn unser Verhalten fällt auf uns zurück. Ich möchte es nicht, dass andere am Hungertuch nagen, während wir …. Geld knabbern? Wir tragen Verantwortung – und wir können sie auch tragen, und wir sollten die Herausforderungen endlich annehmen – um Gottes Willen und um unserer selbst willen.
Bleiben Sie wohl behütet – im Namen aller Mitarbeitenden und Kirchenvorstände grüßt Sie herzlich Ihre Pfarrerin Dorothee Markert