1/2013

Pfarrer Thomas Markert

Pfarrer Thomas Markert

Weihnachtsfreude gesucht

Wieder ist Weihnachten. Wie schon letztes Jahr. Und das Jahr davor. Und die vielen Jahre davor. Wie in der eigenen Kinderzeit. Und doch ganz anders. In der Kinderzeit stellte sie sich noch ganz von allein ein, die Weihnachtsfreude. Lichter, Adventskalender und die Aussicht auf Geschenke genügten, um der Freude eine sichere Heimat zu geben. Das ist inzwischen anders. Bei uns hat es die Weihnachtsfreude von Jahr zu Jahr schwerer. Etwas neidisch schauen wir heute auf unsere Kinder und Enkel. Und mir scheint, je mehr wir uns um diese Freude mühen, mit Geschenke besorgen, Festtagsbraten bereiten, Besuche planen, Familienfrieden organisieren, um so schwerer hat es die Weihnachtsfreude, bei uns anzukommen. Dass diese Weihnachtsfreude auf ganz unterschiedliche Weise kommt, davon erzählt uns Jahr für Jahr die Weihnachtsgeschichte: Für die Hirten auf dem Feld kam sie überfallartig, unverhofft, von einem Moment auf den nächsten. Für Maria und Josef kam sie inmitten von Mühe, Anstrengung, Heimatsuche, Angst. Für die Weisen aus dem Morgenland stand sie am Ziel, ganz am Ende einer langen, kräftezehrenden Wanderung (von Babylon nach Bethlehem). Drei ganz unterschiedliche Wege, auf denen die Weihnachtsfreude Menschen erreicht. Aber eines ist bei allen gleich: Niemand konnte diese Freude selber machen, selber herstellen. Sie kommt von außen: Der Chor der Engel für die Hirten, der Stern für die Weisen, das auf wundersame Weise geschenkte Kind für Maria und Josef. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Wir sind nicht die Schenker, nicht die Organisatoren der Weihnachtsfreude, aber sie wird uns geschenkt. So wie damals. Ganz unerwartet und unvorhergesehen für die einen; mitten in Angst, in Zweifeln, in Not und Bitterkeit für andere; als Ziel eines langen zielstrebigen Weges für wieder andere. Wir müssen dafür nicht erst wie die Kinder werden. Das macht ja Gott selbst. Er wird wie ein Kind, wird selbst ein Kind, um uns auch in diesem Jahr mit Freude zu überraschen. Dass wir sie nicht organisieren oder herbei schenken wollen, sondern offen sind, wenn sie zu uns kommt, das wünsche Ich Ihnen und mir selbst.
Ein gesegnetes Weihnachtsfest und Gottes Bewahrung für das Jahr 2013 wünscht Ihnen im Namen aller Mitarbeitenden Ihr Pfr. Thomas Markert

 

 

 


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