6/2013

Pfarrerin Anke Arnold

Pfarrerin Anke Arnold

„Komm leg deine Sorgen nieder! Leg sie ab in meiner Hand!“, singt Sefora Nelson. Ihr neues Lied war eines von vielen an unserem Frauenabend im Mai zum Thema: Musik, die frau gut tut. „Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, dass wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach?“ (EG 369,2) dichtete Georg Neumark schon vor 350 Jahren. Als hätten Sefora Nelson und Georg Neumark die Texte für uns geschrieben, so kommt es mir vor: Mit Sorgen beladen geht vielen die Lebensfreude verloren. Dabei sind sie ja berechtigt, die großen und die kleinen Sorgen: Die Sorge um eine Lehrstelle oder um die soziale Absicherung angesichts von Kurzarbeit und drohender Entlassung, die Sorge um die eigene Familie und um sich selbst wegen der Krankheit, die heimtückisch ins Leben fiel, die Sorge um den Frieden in der Welt angesichts der Kämpfe in Afghanistan oder des Terrors in Syrien. Kaum möglich, die Sorgen loszuwerden, manchem rauben sie den Atem oder den Schlaf. Alle eure Sorge werft auf ihn. Denn er sorgt für euch!, heißt es im 1. Petr. 5,7. Alle Sorgen auf Gott werfen – wer wollte das nicht? Möglich ist das wohl nur in dem Vertrauen auf die gewaltige Hand Gottes, von der auch die Bibel spricht. In dieser Hand liegt die Macht der Welt. „Wer Gott, dem Allerhöchsten traut, der hat auf keinen Sand gebaut“ (EG 369,1). Weil er für uns sorgt, deshalb sind wir mit unseren Sorgen und Ängsten bei ihm gut aufgehoben: Er wird uns aufrichten, stärken, kräftigen, gründen. Wer seine Sorgen so auf Gott werfen kann, der kann freier atmen. Und im Loslassen kann ich entdecken, was das Leben eigentlich ausmacht: das Wichtigste im Leben bekomme ich geschenkt. Was ich vor allem brauche im Leben, das kann ich nicht herstellen: der neue Tag, die Liebe, die mir andere Menschen entgegenbringen, die Freude an großen und kleinen Dingen … Leben aus Gottes Für-Sorge, das macht das Leben reich. Teuflische Ereignisse, belastende Erfahrungen, bedrohliche Erlebnisse – das ist nicht aus der Welt, aber ich kann anders damit leben: Statt mich zu zer-sorgen, kann ich auf Gottes Fürsorge trauen. Und in diesem Vertrauen können sich meine Sorgen in für-sorgen verwandeln: Weil Gott für mich sorgt, kann ich für andere da sein. Oder noch einmal mit den Worten von Sefora Nelson: „Lege deine Sorgen nieder. Dafür bin ich viel zu groß. Hoffnung gebe ich dir wieder. Lass deine Sorgen einfach los.“ Seien Sie Gott befohlen! Ihre Pfarrerin Anke Arnold

 

 

 


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