9/2013

Pfarrerin Dorothee Markert

Pfarrerin Dorothee Markert

Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Jetzt muss es (wieder) sein! Früh wecke ich unsere jüngste Tochter. Sie schläft noch tief auf ihrem Schaf-Kissen. Ich hole mir Helfer dazu, die Kuscheltiere, die in ihrem Bett versammelt sind: zuerst die Katze mit dem krausem Fell. Sacht lasse ich sie über die Decke und das Gesicht streifen und schnurre dazu. Dann greife ich mir den handgestrickten Elefant. Der kommt schon mehr gestapft und bohrt sich mit seinem langen Rüssel bis zum Hals vor. Jetzt hilft mir eine Maus. Die krabbelt überall herum, bis ihre Barthaare im Gesicht kitzeln – schwupp, lachend wird sie weggeschnappt und mit unter die Bettdecke genommen. Als letzter kommt ein großer roter Fuchs. Ich verstelle erneut meine Stimme und erzähle in „fuchsisch“ von der Sonne, vom Tag. Wenn auch das noch nicht richtig helfen sollte, könnten noch Kuh, Bär und Elch einspringen. Alle sind ja da, friedlich versammelt im Bett. Mir geht beim Wecken oft eine Bibelstelle durch den Kopf: Im Ersten Testament, im Buch des Propheten Jesaja steht: „… dann wird der Wolf beim Lamm zu Gast sein, der Panther neben dem Ziegenböckchen liegen; gemeinsam wachsen Kalb und Löwenjunges auf, ein kleiner Junge kann sie hüten. Die Kuh wird neben dem Bären weiden…. Der Säugling spielt beim Schlupfloch der Schlange, das Kleinkind steckt die Hand in die Höhle der Otter. Niemand wird Böses tun und Unheil stiften auf dem Zion, Gottes heiligem Berg…“ Frieden ist möglich, paradiesischer Frieden. Er ist uns verheißen (d.h. voraus- und zugesagt). Jesus sagt es in seiner Bergpredigt (Zweites Testament, Matthäus 5) so: „Freuen dürfen sich alle, die Frieden stiften – Gott wird sie als seine Töchter und Söhne annehmen.“Der 1. September wird in Deutschland als „Weltfriedenstag“ begangen. Weltfrieden – pure Spinnerei? Illusion? Unerfüllter Traum? Weltfrieden – Sehnsucht vieler Menschen! Frieden wollen wir im Kleinen, also in unserer Familie, mit unserem Partner/unserer Partnerin. Letztlich wollen wir mit uns selbst im Frieden sein. Frieden wollen wir im Großen, weltweit, auch wenn uns die Kriegsmeldungen längst nicht mehr sooo berühren… Der Friede, der uns verheißen ist, fällt uns nicht einfach in den Schoß. Wir sind mit daran beteiligt. Frieden stiften statt Unruhe; Freude stiften statt Unheil. Ob es uns gelingt? Dann ist dieser Traum oder die Verheißung Gottes an uns Menschen keine Illusion, sondern diese Bilder werden zur Illustration unseres Lebens. Was können wir dazu tun? Gott immer wieder bitten: „Richte unsere Füße auf den Weg des Friedens!“ (Lukas 1, 79).
Im Namen aller Mitarbeitenden grüßt Sie und euch herzlich Dorothee Markert.

 

 

 


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