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Ordentliches Weihnachts-Durcheinander

Pfarrer Thomas Markert

Pfarrer Thomas Markert

Chaos-Typ oder Ordnungsfreak? Zu welcher Gattung Mensch gehören Sie? Ich gehöre ganz klar auf die Seite Ordnungsfreak. Der Schreibtisch muss frei sein, die rumliegenden Zeitungen wenigstens zum Stapel geordnet und das Chaos in der Küche zumindest halbwegs im Griff. Vorher kann ich nicht kreativ sein. Und gerade heute, wo die Andacht für den Pließnitzkurier dran ist, warten wir auf einen neuen Herd. Und warten. Warten immer noch. Schränke beiseite gerutscht, die Tische liegen voll mit Krimskrams, Werkzeug, Holzverblendungen stehen im Weg, kaum noch Platz für eine Kaffeetasse – für mich ein denkbar ungünstiges Umgebungsbild für kreative Gedanken und Aufgaben. Kann ich vielleicht einfach über das Durcheinander hinwegsehen? Die Ungeduld ausblenden? Küchentür zu und dann geht es los?

Ich spule innerlich nach vorn, Richtung Weihnachten. Weihnachtsandacht! Und habe den Eindruck, dass mich und viele da auch so eine Sehnsucht nach Ordnung antreibt: Weihnachten, das ist der Moment wo alles geschafft ist. Advent ist dafür der lange Erledigungsanlauf. Und bis zum Nachmittag des Heilig Abend muss alles erledigt, aufgeräumt, organisiert und abgearbeitet sein. Der Heilige Abend als der Abend im Jahr, an dem endlich einmal alles geschafft ist. Gedanken und Hände ausruhen, nichts mehr offen, den Dingen ab jetzt wenigstens für ein paar Tage ihren freien Lauf lassen, und es ist gut so. Wenigstens dieses eine Mal. Tief durchatmen. Alles sacken lassen. Ja. Und jetzt? Ähm. Naja… Die eingearbeitete Zeit bewusst und neu und anders füllen? Die  gewohnten Bahnen einfach mal verlassen? Gar nicht so leicht: Sich einfach mal hinsetzen und nichtstuend eine gute CD anhören; wirklich Zeit haben für die Kinder, damit sie mit dem geschenkten Spielzeug nicht nur sich selbst überlassen sind; sich auf‘s Sofa pflanzen mit einem guten Buch, für eine, zwei, sogar drei Stunden; die frohe Weihnachtsbotschaft ganz gezielt in einem Gottesdienst suchen und finden; eine Brise Zeit zum Beten haben – einfach mal so und zugleich ganz beabsichtigt – Danken für den Frieden hier und die Bewahrung der Familie, Gott auch das Schwere anvertrauen und die Kinder und die Menschen, die uns am Herzen liegen; das eigene Leben auch innerlich einmal ganz aus den Händen legen. Ups, ist gar nicht so leicht, die eingearbeitete Zeit so neu und gezielt zu füllen. Sich dabei auch erfüllen zu lassen. Den Frieden der Weihnachtsgeschichte in das eigene Leben hinein wirken lassen.

Kann man sowas üben? Könnte man das vielleicht sogar manchmal umkehren? Das Ordnungmachen immer mal an die zweite Stelle rücken und diese geschenkte Zeit, diese gottgefüllte Zeit nach vorn holen? Mit dem Vertrauen und dem Sich-beschenken-lassen schon anfangen, noch mitten im Durcheinander? Während ich auf unseren neuen Herd warte, mitten im Chaos, beginne ich mit dieser Weihnachstandacht. Und übe schon mal. Für Weihnachten. Für das neue Jahr. Für das Leben.

Eine erfüllte (und nicht nur gefüllte) Weihnachtszeit und einen behüteten und hoffnungsvollen Start in das Jahr 2017 wünscht Ihnen im Namen aller Mitarbeitenden Ihr Pfr. Thomas Markert   

 

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Hesekiel 36,26 (E)

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letzte Änderung: 18.01.2017 23:45