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Andacht November 2019

Pfarrerin Dorothee Markert

Liebe Leserinnen und liebe Leser!

Viele wissen, ich war zu einer Kur/Reha. Neben dem Sport- und Gymnastikprogramm gab es Gesprächsgruppen und natürlich die Gespräche am Tisch. Oft ging es um unsere Tätigkeiten und Arbeitsfelder und um das, was uns zu schaffen macht. Ich war und bin in der glücklichen Lage, dass mein Mann vieles abgefangen hat in der Zeit meiner Abwesenheit. Anderen ging es nicht so gut mit dem Abschalten. Zum Ende der Kur sahen etliche Mitpatienten eine Welle auf sich zurollen: wieder viel zu viel Arbeit, gestresste Kolleginnen und Kollegen, auch neidvolle Blicke, Geringschätzung aus der Chefetage und … und … und … Wie lange würde es dauern, und die gleichen Erschöpfungssymptome setzen wieder ein?

Eines Tages lag auf den Tischen ein Tagesgruß der Klinikleitung mit dem Satz: „Es ist nicht gut, den Ballast von morgen schon heute in sein Schiff zu legen.“ Die Aussage stammt von Hermann Bezzel, der vor reichlich hundert Jahren die Diakonissenanstalt in Neuendettelsau leitete. Er erlebte also zweifelsohne fürsorgliche Diakonissen, treue Mitarbeitende, fleißige Arbeiter. Er wusste um das Zuviel an Arbeit, an Terminen und an Fürsorge bis hin zur Selbstvergessenheit. Aber er wusste auch um das „es ist genug“.

Jesus Christus hat es in seiner Bergpredigt etwas ähnliches gesagt: „Sorgt euch nicht um das Morgen … Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Last hat.“ Der Gedanke ist der gleiche. Heute das tun, was geht – und was gut für mich und andere ist. Heute das Vaterunser beten und um das tägliche Brot bitten. Heute den Menschen begegnen. Heute da sein. Heute (auch!!!) genießen. Heute Pausen machen. Heute das Leben leben. Das hat Auswirkung auf den morgigen Tag. Morgen sind die nächsten Aufgaben dran. Die müssen mich heute nicht „runtermachen“.

An unserem Tisch schalteten wir das Morgen wieder aus. Wir fanden in unser Programm. Und beim Nordic Walking schauten wir zwischen den Tannen des Schwarzwaldes in den hellen Himmel. Heute. Jetzt. Die Therapeutin lachte und steckte uns alle damit an. Wie schön ist es doch, heute zu leben und den Himmel zu sehen!

Mit herzlichen Grüßen – auch von allen Mitarbeitenden – Ihre Dorothee Markert.

 

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Jahreslosung 2019

Suche Frieden und jage ihm nach!

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letzte Änderung: 13.11.2019 11:00